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Tu felix Austria


Warum, warum nur fehlt der Schweiz ein Weltklasse-Golfer? Einer, der sich auf der European Tour etablieren, Turniere gewinnen und die Fans begeistern kann … Fragen, die in Schweizer Clubhäusern und an Golf-Stammtischen immer wieder diskutiert werden. Auch heute vormittag, als ich mich mit zwei Berufskollegen zum Kaffee-Klatsch getroffen habe. Zufriedenstellende Antworten haben wir – natürlich – nicht gefunden … und erst Recht keine Lösung dieses eidgenössischen Golf-Problems. Auch uns bleibt nichts anderes übrig, als am Wochenende den in der 2nd Stage der Qualifying School startberechtigten Schweizern die Daumen zu drücken in der Hoffnung, dass sie weiter im Rennen bleiben und eine der 30 noch zu vergebenden Spielberechtigungen für die European Tour 2014 ergattern. Im Moment sind Damian Ulrich, Martin Rominger, Ken Benz und Amateur Joël Girrbach aber noch elf Top-Runden von diesem Ziel entfernt …
Sorgen, die unsere Nachbarn in Österreich nicht (mehr) kennen. Im Frühling 2012 hat Bernd Wiesberger seinen ersten Titel auf der European Tour gewonnen und zwei Monate später mit dem Heimsieg beim österreichischen European-Tour-Event nachgedoppelt. Das sicherte dem Burgenländer nicht nur ein ordentliches Preisgeld, sondern auch die Tour-Karte für zwei weitere Jahre – und Bernd Wiesberger schob sich auf einen Top-100-Platz in der Weltrangliste vor. Damit war sein Erfolgshunger aber noch längst nicht gestillt. Wiesberger will mehr. In dieser Saison hat er auf der Asian Tour gewonnen und sich in der Weltrangliste in die Top-60 vorgearbeitet. Und Bernd Wiesberger hat damit etwas geschafft, was man in der Alpenrepublik bis zu diesem Jahr wohl für unmöglich gehalten hätte: Ein Golfer wird als Top-5-Kandidat bei der Wahl zum «Sportler des Jahres» nominiert!
In gutnachbarschaftlicher Freundschaft – und als bekennender Bernd-Wiesberger-Fan –, hat man sich als Schweizer (oder Liechtensteiner) Amateur-Golfer deshalb heute abend vor den Fernseher lümmeln und ORF1 einschalten dürfen. Und sich dann, als die Sportler-Gala auf die Schlussgerade einbog und einzig noch der Sieger in der Kategorie «Sportler des Jahres 2013» zu krönen war, sich etwas aufrechter und stolzer hinsetzen müssen. Was für ein erhebendes Gefühl für jeden alpenländischen Golffan, Bernd Wiesberger, den Playing-Professional aus dem ziemlich flachen Burgenland, in einer Reihe mit Ski-Superstar Marcel Hirscher, Skisprung-Überflieger Gregor Schlierenzauer und Champions-League-Gewinner David Alaba zu sehen. Fünf Sportler hatten es in die Endausmarchung um den Titel geschafft, favorisiert waren – das wäre auch in der Schweiz und Liechtenstein nicht anders – der Fussballer und der Skifahrer. Oder vielmehr: wenige Tage nach dem Start der Skisaison hätte der logische Sieger eigentlich Marcel Hirscher heissen müssen. Hätte, denn zur allgemeinen Überraschung wurde an diesem Abend David Alaba zum «Sportler des Jahres» gekürt. Kleines Trostpflaster für Bernd Wiesberger und alle Golf-Fans vor den Bildschirmen: Bei der Vorstellung der nominierten Sportler erhielt Wiesberger vom Publikum in der Wiener Stadthalle spontan den grössten Applaus! Vielleicht merken sich das die Herren Journalisten-Kollegen in der Jury – wenn Wiesberger so weiter spielt wie in den letzten 20 Monaten, dürfte er sich mit seinen Leistungen auch 2014 wieder für die «Sportler des Jahres»-Wahl empfehlen.

31. Oktober 2013

 


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