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Grüns so löchrig wie ein Schweizer Käse


Der FC Bayern München hat zig-tausend «ehrenamtliche» Trainer, vielleicht gehören Sie auch dazu. Warum? Sollte es mal nicht mehr rund laufen, wird jeder Bayern-Fan besser wissen als Pep Guardiola, wie dieser die Aufstellung hätte machen sollen, wer in die Startelf und wer auf die Ersatzbank gehört hätte, etc. etc.
Das golferische Pendant zu den Fussball-Trainern sind die Greenkeeper, auch sie dürfen mit einem Heer von nebenamtlichen Experten – besser bekannt unter der Bezeichnung Clubmitglieder – fachsimplen. Hören Sie im Clubhaus doch mal genau hin: Wenn die Putts nicht fallen, sind in der Regel die Grüns Schuld – zu schnell, zu langsam, zu uneinheitlich im Roll, die Pinpositionen seit Tagen unverändert, oder schlicht die Fahnen an den falschen Orten gesteckt... Es gibt nichts, was man den Grüns und damit den Greenkeepern nicht ankreiden könnte. Dabei machen diese Fachleute einen wichtigen und in der Regel auch einen guten Job. Sie wissen, wann es an der Zeit ist,nicht nur zu mähen, sondern die Grüns zu Aerifizieren. Letzteres ist dem Clubgolfer allerdings zutiefst zuwider: Die Grüns werden regelrecht gelöchert und gesandet, zurück bleibt eine Holperpiste, auf der Putten zur Glückssache wird. Will man langfristig gute und gesunde Grüns haben, ist Aerifizieren ist in unseren Breitengraden zweimal pro Jahr Pflicht. Sagen die Profis. «Sollen sie doch machen, die Herren Greenkeeper, nicht gerade vor der Clubmeisterschaft bitte, aber um diese Jahreszeit, warum nicht..?», denke ich mir. Beim sonntäglichen Zocken mit der Freundin um den Drink spielt’s nun wirklich keine so grosse Rolle.
Naja, ein bisschen Rücksicht auf die Turnierplanung des Clubs sollte man bei der Platzpflege aber nehmen, wie es klingen kann, wenn der Greenkeeper den Termin fürs Aerifizieren unglücklich wählt, habe ich letzte Woche erfahren – die Misstöne klingen bis heute nach. Ich war zu einem ProAm geladen, bei dem auf «gelöcherten» Grüns gespielt werden musste. Als Amateurin mit einem golferisch ohnehin schlechten Tag ärgerte ich mich dabei aber mehr über den stets mit Sand «panierten» Ball, als über unglücklich verlaufene Putts. Das wäre auch an einem guten Tag nicht anders gewesen. Ich weiss, das 98 Prozent meiner verpassten Putts nicht reingehen, weil ich zu wenig übe. Bei den Professionals ist das anders – gelochte 20-Meter-Putts sind bei ihnen kein glücklicher Zufall sondern die verdienten Früchte harter Arbeit. Für die Pros war das ProAm auch nicht das Highlight der Woche, sondern eine «Proberunde mit Anhang», sie spielten in den darauffolgenden Tagen um Geld und Meistertitel. Ihr Ärger über den Zustand der Grüns war deshalb verständlich: «Ich sah den Platz, da war meine Motiviation weg. Ich hatte schlicht keine Lust, auf diesen Grüns ein Turnier zu spielen», sagte mir einer der Professionals eine Woche nach dem Turnier. Seine Verärgerung war noch immer deutlich spürbar. Ein anderer schrieb in einer SMS nach der zweiten Runde der Q-School: «Die Grüns sind hier etwas besser als letzte Woche ;-)»
Schade, wenn ein (gravierender) Fehler in der Platzpflegeplanung dazu führt, dass von einem Turnier vor allem Eines in Erinnerung: Grüns so löchrig wie ein Schweizer Käse.
Möge bald Gras darüber wachsen.


27. September 2013

 


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