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Die besten Souvenirs sind im Kopf


Gänsehaut an einem nebligen Septembertag in Crans-sur-Sierre: Damian Ulrich, 30-jähriger Golfprofi aus Zug, betritt um 11.40 den ersten Abschlag und wird mit tosendem Applaus begrüsst. Das Schweizer Publikum ist sooooo dankbar, einen Eidgenossen in der Finalrunde zu sehen … und dass Ulrich im viertletzten Flight spielt, das Podest – oder gar der Sieg? – nach drei Runden noch in Griffnähe liegen, lässt die Herzen der Golffans noch ein wenig höher schlagen. Also wird der Zuger im roten Shirt willkommen geheissen, als hätte er bereits gewonnen. Der Applaus für den in der gleichen Gruppe spielenden 15-fachen Tour-Sieger Paul Casey fällt im Vergleich bescheiden aus.
Bescheiden scheint auch das Fachwissen des Publikums, wenn es nicht darum geht, die Schläge der Professionals, deren Status auf der Tour und Verdienste in der Vergangenheit lautstark zu kommentieren, sondern die Schilder der Marshalls richtig zu deuten. «Silence» und «no photo» steht in grossen Lettern auf jenen Tafeln geschrieben, die jeweils dann gegen Himmel schiessen, wenn sich ein Spieler zum Schlag bereit macht. Doch wem gelten diese Worte eigentlich? Den Professionals oder den Caddies, vielleicht? Diese wissen sie zumindest richtig zu deuten … und so kommt es, dass der Mann an Paul Caseys Bag auf Abschlag 3 eine Zuschauerin auf der linken Seite in bestimmtem Ton anweist: «Camera away!» Mit verständnislosem Blick lässt sie die Hand mit dem Knips-o-Maten sinken – sauer, ausgerechnet den smarten Engländer nicht im Bild zu haben … derweil wird rechts vom Abschlag mit den Smartphones weiterfotografiert, als wäre Fotografieren ein menschlicher Urinstinkt.
Schade – auch für die Damen und Herren hinter den Kameras: Live genau hinsehen wie die Professionals schwingen, könnte das eigene Golf inspirieren. Und man(n) würde gleich viel professioneller wirken. Denn weder André Bossert noch Fredrik Svanberg, und noch nicht einmal Nationaltrainer Steve Rey haben eine Kamera in der Hand, während sie Damian Ulrich «outside the ropes» auf der Schlussrunde des Omega European Masters begleiten. Denn nicht vergessen: Die besten Souvenirs sind nur im Kopf …

8. September 2013


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