*
pink-tee-blog
Menu
kolumne kolumne
ladies locker ladies locker
gentlemens locker gentlemens locker
19th tee 19th tee
die autorin die autorin
werbung / tarife werbung / tarife
impressum impressum
kontakt kontakt

«Dufnering» in neuer Dimension


Nichts gegen Jason Dufner – wenn einer so tiefenentspannt und emotionslos 63er-Runden spielt und ein Major gewinnt, dann hat das durchaus etwas für sich. Man könnte es als grenzenlose Coolheit bezeichnet. Würde man auch, wirkte das Äussere des 36-Jährigen Amerikaners nicht ganz so entspannt sondern einen Zacken spannender.

«Sch***, Tiger hat’s auch verbastelt... jetzt ist UNSEXY Dufner vorne», postete ein Freund am Sonntag auf Facebook. Ein heterosexueller Freund, wohlgemerkt. Da muss also was dran sein, an der eher durchschnittlichen Aura des US-Golfers. Wenn Jason Dufner mit seinem Hüftschwung begeistert, dann wohl am ehesten auf dem Golfplatz, wo er Körper (und Hüfte) wunderbar dreht, wenn der den Ball mit gelangweiltem Gesicht an die Fahne schlägt. Eigentlich schade, dass seine Outfits niemals an den modischen Chic eines Ian Poulter heranreichen werden, sein wuscheliger Kopf wohl nie so keck wirken wird wie jener von Rory McIlroy und «Duf» auch nicht den Sex-Appeal eines Gary Player hat, der sich mit 77 Jahren nackt hat ablichten lassen. Und was die Emotionen betrifft: Ich hoffe, zu Hause hat er welche…

Trotz allem, Jason Dufner hat nicht nur unzählige Fans, er hat sich lange vor seinem ersten Major-Sieg im Gedächtnis der Golf-Fans eingenistet. Und sich dafür noch nicht einmal sonderlich anstrengen müssen. Ein – nicht wirklich schmeichelhaftes – Foto, das ihn bei einem Sponsorentermin in einer Schulklasse zeigt, hatte genügt. Das Bild ging um die Welt. Und spaltete die Fangemeinde. Wobei, ganz ehrlich: Jason Dufner wirkte doch irgendwie süss und unglaublich menschlich, wie er sichtlich müde und entspannt zwischen den Schülern auf dem Boden sass.

Seit diesem Foto hat besagte Power-Entspannungs-Übung – mit ausgestreckten Beinen, den Rücken an die Wand gelehnt, auf dem Boden sitzend, Kopf und Arme hängen lassen, die Hände unter die Oberschenkel geschoben, abwesender Gesichtsausdruck – einen Namen: Dufnering. Fans und Tour-Kollegen machten sich in der Folge einen Spass daraus, sich ebenfalls in dieser Pose fotografieren zu lassen. Nur: In dieser Disziplin konnte bisher keiner «Duf» das Wasser reichen.

Mit Dufnering-Fotos hat die Konkurrenz Jason Dufner nun auch zum ersten Major-Sieg gratuliert. Aber auch hier: Luke Donald konnte sich beim Dufnering trotz grösster Anstrengung ein Lächeln nicht verkneifen, bei anderen liessen verkniffene Gesichtszüge auf grosse Entspannungs-Anstrengung schliessen. Wen kümmerts? Jason Dufner sicher nicht! Er bleibt locker und entspannt. Schliesslich hat am Wochenende die Wanamaker-Trophy gewonnen – easy, äusserlich emotionslos und für einen, der als «König der Langeweile» bezeichnet wird, schon fast spektakulär mit einem Birdie und zwei Bogeys auf den letzten drei Löchern.

War das wirklich «Duf»? Ja, und er hat allen bewiesen, dass man tiefenentspannt nicht nur Sponsorentermine in Grundschulen überstehen sondern auch Majors gewinnen kann. Mit dem Sieg in Oak Hill hebt er «Dufnering» auf eine neue Stufe. Und löst möglicherweise gar einen Trend aus. (Eine eher unsexy Vorstellung, aber wenns hilft..?) Vielleicht ziehen unsere europäischen Cracks ja ernsthaft in Erwägung, sich mit Hilfe von «Dufnering» zu entspannen und so optimal auf die Finalrunde vorzubereiten.

13. August 2013


Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail