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Forza Anaïs!


Wow, was für ein Wochenende – Gänsehaut schon am Samstagabend. Und dies, ohne Pay-TV eingeschaltet und die dritte Runde der PGA Championship live mitverfolgt zu haben. In Oak Hills geht’s zwar mit Sicherheit auch spannend zu – und ich hab da noch eine Wette laufen, ob der «Pott» nun an einen Ami oder doch an einen smarten Europäer gehen wird –, aber als Frau, Golferin und Mitglied eines ASG-Clubs, kanns für mich heute nur ein Thema geben: Anaïs Maggetti führt nach zwei Runden ein LET-Event an!

Alleine! Mit zwei Schlägen Vorsprung auf die nächsten Verfolgerinnen. Die sind zwar zu viert und werden am Sonntag zum Angriff auf die Spitzenposition der Tessinerin blasen, doch Anaïs Maggetti spielte am Freitag und Samstag in Prag mehr als nur solide: insgesamt elf unter Par liegt die 22-Jährige nach zwei Tagen – 66 Schläge zum Auftakt, 65 dann am Samstag. Sechs Birdies und zwölf Pars – so grossartig kann Golf sein! Und so sicher wirkt die Tessinerin auch, wenn sie ihre Abschläge sicher auf dem Course platziert, mit den Wedges die Bälle an die Fahne schlägt und dann cool zum Birdie puttet.

Dabei ist das alles andere als selbstverständlich. Die Saison ist für Anaïs denkbar ungünstig gestartet, nach einem unverschuldeten Autounfall hat sie den Tritt nicht gefunden und in ihrer zweiten Saison auf der LET bisher keinen einzigen Cut geschafft. Neun mal in Folge hat sie heuer am Wochenende schon zuschauen müssen. In Tschechien wirkt sie nun wie ausgewechselt und mit ihrem 18-jährigen Bruder Alexander am Bag ist ein starkes Schweizer Team unterwegs. Ein Team, das auch absolute Weltklassegolferinnen wie die ehemalige Welt-Nummer-1 Ai Miyazato aus Japan, Senkrechtstarterin Melissa Reid (England) oder Tiger Woods’ Nichte Cheyenne Wood nicht nur in Schach halten, sondern auch deutlich distanzieren kann.

Nun heisst es für Anaïs am Sonntag «dranne bliiibe», die Führung nicht nur verwalten sondern ausbauen, vor allem aber locker bleiben und dem Druck standhalten. Druck, den übrigens auch meine Daumen zu spüren bekommen werden. Ich drücke am Sonntag beide Daumen – so lange, bis Anaïs Maggetti die Runde beendet und dann hoffentlich mit einem Sieg auch die Tourkarte fürs nächste Jahr auf sicher hat.

Ein Schweizer Sieg auf der LET würde dem heimischen Golfsport mit Sicherheit wichtige Impulse geben. Dreieinhalb Wochen vor dem Start des Omega European Masters in Crans erst recht. Dort wartet man seit 2008, als sich Julien Clément als geteilter Dritter aufs Podest hieven konnte, auf einen Schweizer-Exploit. Aber das ist Zukunftsmusik. Aktuell rufe ich ganz laut in Richtung Prag: Forza Anaïs!

10. August 2013


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