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Good old times in Royal Birkdale & Samedan


Was haben Royal Birkdale und Samedan gemeinsam? Nicht wirklich viel, ausser dass sie bei Golf-Traditionalisten im Hochsommer 2013 – der findet übrigens gerade jetzt, in den letzten Juli-Tagen und hoffentlich auch noch in den ersten August-Wochen, statt – die Sehnsucht nach der guten alten Zeit aufleben lassen. In Royal Birkdale geht derzeit The Senior Open Championship über die Bühne. Im Feld der 144 Starter finden sich klingende Namen – Golflegenden wie Bernhard Langer, Ian Woosnam, Sandy Lyle, Barry Lane, Mark O’Meara, Anders Forsbrand, Colin Montgomery, Tom Watson, Fred Couples, Mark James, Duffy Waldorf, Craig Stadler, Costantino Rocca, Sam Torrance … Genau, die gute alte Zeit des Golfsports! Sooooo lange liegt die Hoch-Zeit dieser Herrschaften aber noch nicht zurück. Okay, ihre Major-Titel, Ryder-Cup-Einsätze und Tour-Siege datieren aus der Zeit vor Tiger Woods. Ihre Leistung mindert das in keinster Weise. Und sollten Sie nicht zu den «wirklich alten» Golfern gehören, jenen also, die seit über 30 Jahre Golf spielen, dann lassen Sie sich von ihrem Pro doch mal ein Fairway-Holz aus dem Jahr 1982, als Craig Stadler das US Masters gewann, oder einen Driver von 1975, als Tom Watson erstmals die British Open Championship in Carnoustie für sich entscheiden konnte, zeigen. Sie werden staunen, wie klein und kompakt die Schlägerköpfe damals gewesen sind. Und dass die Hölzer tatsächlich aus Holz gefertigt waren – klingt übrigens herrlich, wenn Sie so ein hölzernes Holz im Sweetspot treffen …
Heute blicken wir nach Royal Birkdale, wo die «alten Herren» mit hochmodernem Material nach dem Senior-Open-Titel greifen. Manch einer führt bei dieser Mission ein Rescue im Bag – dem Score wird alles untergeordnet. Wer weiss, vielleicht holt sich so Tom Watson nach seinem Open-Sieg 1983 in Royal Birkdale drei Jahrzehnte später auch den Senior-Open-Titel? Am Sonntag werden wir es wissen.
… und sollte Mister Watson im Laufe des Wochenendes doch zur Erkenntnis gelangen, dass sich Golf früher ganz anders, irgendwie besser, angefühlt hat, dann haben wir einen heissen Tipp für ihn: Ab ins Engadin. Dort stehen vom 2. bis 4. August nämlich die 3. Swiss Hickory Championship Days auf dem Programm. Golf, wie es nicht vor 30, sondern vor 100 Jahren gespielt worden ist. Mit Schlägern, bei denen nicht nur die Köpfe der Hölzer, sondern auch die Schäfte aus Holz gefertigt waren. Clubs mit winzig-kleinen Köpfen und Golfbags, in denen gerade mal acht bis zehn Schläger Platz finden, die dafür so leicht sind, dass man sie locker schultern und über den Platz tragen kann. Ehrensache, dass die Herren in Hemd, Krawatte und Knickerbockern und die Damen in Blusen und langen Röcken antreten. Golf war vor 100 Jahren ein gesellschaftlicher Anlass, für den man sich entsprechend kleidete – ohne atmungsaktive Kunstfaser-Shirts, High-Tech-Sonnen-/Regenschirme und Logo-bestickte Baseball-Caps. Auch wenn Sie nicht Tom Watson heissen, dieses Retro-Feeling sollten Sie undbedingt erleben – so nahe kommen Sie dem «spirit of the great old game» mit fehlerverzeihenden Oversize-Clubs nie … und so schnell wie beim Hickory-Golf kommen die wenigsten modernen Golfer über den Platz. Leider.

26. Juli 2013

 


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