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Team-Bewerbe, die echten Saison-Highlights


Regentropfen am Bürofenster sorgen derzeit für Herbststimmung. Einer dieser trüben Tage, an denen ich nicht mit einem Golf-Professional tauschen möchte. So sehr ich mir das im Sommer bei 25 Grad und Sonnenschein öfters gewünscht habe: draussen auf dem Platz – oder auch nur auf der Range – stehen, ein laues Lüftchen über die Haut streichelnd, konzentriert den Ball schlagen, unbeschwert über die Fairways marschieren... Aber heute, bei Regen und Temperaturen nur knapp im zweistelligen Celsius-Grad-Bereich? Heute bin ich ganz froh, trockenen Boden unter den Füssen, Wind-und-Wetter-abweisende Wände um mich herum und ein stabiles Dach über dem Kopf zu haben. Und statt den ganzen Körper zu drehen, halte ich nur meine Finger fit, lasse sie über die Tastatur tanzen und freue mich darauf, abends am Bildschirm die schönsten Szenen des diesjährigen Presidents Cups zu betrachten. Mitfiebern, auch wenn das Resultat längst bekannt ist. Team-Events sind das Salz in der Suppe des Golfsports.
Die zweite Saisonhälfte ist jeweils geprägt von Mannschafts-Turnieren. Diese boomen geradezu. Eine neue Erfindung sind sie dennoch nicht. Der erste Team-Bewerb zwischen einem amerikanischen und einem britischen Amateur-Team wurde 1922 ausgetragen – der Walker Cup! Zum Inbegriff des kontinentalen Team-Vergleichs ist allerdings der fünf Jahre «jüngere» Ryder Cup geworden. Das Format – Matchplay, sowohl im Doppel wie im Einzel, zusammengezählt zu einem Team-Resultat – ist derart beliebt, dass sich heute kaum noch ein Golfklub findet, in dem nicht ein «interner Ryder Cup» gespielt wird: Damen gegen Midamateure, Midamateure gegen Senioren, Junioren von Club A gegen Junioren des Club B… So ein kleiner «Ryder Cup», bei dem man selbst zum Teammitglied wird, ist das Saison-Highlight eines jeden Clubgolfers. Es sei denn, er oder sie schafft’s ins Interclub-Team. Mit dem Logo des Heimclubs auf der stolzgeschwellten Brust und zitternden Knie auf den Back-Tees eines fremden Parcours zu stehen und zu wissen, dass Freunde & Neider zu Hause begierig darauf warten, den eigenen Score zu erfahren, macht ganz schön Druck. Und spornt enorm an. Und was gibt es besseres für den Kreislauf, als wenn jeweils Mitte August der Puls während eines Wochenendes etwas schneller geht? Besser aber noch: Was gibt es besseres fürs Gemüt, als zu sehen, wie sechs Einzelsportler(innen) – solche sind Golfer nämlich grundsätzlich – zu einem Team zusammenwachsen? Wenn «eine für alle, alle für eine» mehr als eine Floskel ist und aus Golfkolleginnen Freundinnen werden? Unbezahlbar!
Unbezahlbar ist auch das, was Berufskollege Philippe P. Hermann im letzten Jahr auf die Beine gestellt hat und letztes Wochenende im Golf de Bonmont in die zweite Runde gegangen ist: The Match! Ein Vergleichswettkampf der besten Schweizer Amateure gegen die besten Schweizer Professionals. Zugegeben, da mögen die Spiesse ungleich lang sein – das junge ASG-Team von Paolo Quirici hat bedeutend weniger Erfahrung als die Swiss-PGA-Pros um Captain Steve Rey und musste eine deutliche 16,5:3,5-Niederlage hinnehmen –, aber dieses Gipfeltreffen im Schweizer Golfsport ist eine grossartige Sache. Swiss-PGA-Vizepräsident Keith Marriott sagte bei der Team-Vorstellung denn auch ganz richtig: «1922 der Walker Cup, 1927 der Ryder Cup, 2014 The Match!» Möge diesem Turnier ein langes Leben beschert sein, und möge es die besten Schweizer Golferinnen und Golfer weiter bringen. Auf dass wir irgendwann einem von ihnen beim Ryder Cup – oder einer Schweizer Proette beim Solheim Cup – zujubeln können.

13. Oktober 2015


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