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Paolo Quirici nur von Sandy Lyle geschlagen


Gastbeitrag von Ueli Lamm

Bei der 9. World Hickory Open Championship, die am 7. und 8. Oktober auf dem Panmure Medal course an der schottischen Ostküste stattgefunden haben, fügte der Schotte Sandy Lyle seiner Startrunde von 74 Schlägen eine brillante 69 hinzu und verwies Vorjahressieger Paolo Quirici  (Schweiz / 72 und 74 Schläge) und Andrew Marshall (England / 76 und 70) auf die Plätze. Der Tessiner Quirici hatte am zweiten Tag bis zur Hälfte mit Lyle gleichauf gelegen,  dann aber ein Doppelbogey hinnehmen müssen, das ihn zurückwarf.Der Panmure Golf Club bildete mit seinem 1906 erbauten weissen Clubhaus, einem dem Royal Calcutta Golf Club nachempfundenen Bau, einen perfekten, nostalgischen Rahmen für die Durchführung der Hickory Open 2014. Und auch das Wetter spielte mit, die Bedingungen waren – den ersten Tag ausgenommen, an dem es bis zum Mittag regnete – sehr «moderat» mit wenig Wind und ab und zu etwas Sonne.

Und der Platz darf durchaus als geschichtsträchtig bezeichnet werden, besteht er doch bereits seit 1845 und war einst von James Braid gezeichnet werden. Ben Hogan trainierte 1953 vor Beginn der Open zwei Wochen in Panmure und feierte in der Folge seinen grossen Major-Sieg auf dem nahe gelegenen Carnoustie Championship Course. Die schwierigste Spielbahn auf dem Platz und zugleich Hogans liebste, wurde nach ihm benannt. Er regte damals an, das sechste Hole zu verlängern, das Green höher zu legen und rechts einen sehr tiefen Bunker zu bauen. Mit dem schmalen Eingang, den zwei grossen Wellen und beidseits mit hohem Rough bewachsenen Hügeln überlegt man es sich gut, den zweiten Schlag sicher vorzulegen und mit einem Mashie/Niblick das von nach vorne hängende Green anzuspielen.

Der Parcours hat aber noch mehr geschichtliches zu bieten – 2007 war er Final-Qualifying-Platz für die Open Championship in Carnoustie. Mit seinen Heath- und Links-Elementen – dazu zählen enge Fairways, stark ondulierte  Greens, Sandhügel und tiefe Bunker – stellte der Medal course des Panmure Golf Club auch für die besten Hickory-Golfer der heutigen Zeit eine richtige Challenge dar.

Gespielt wurde bei dieser 9. World Hickory Open Championship – natürlich – mit antiken Hickory-Schlägern, die vor 1932 gefertigt worden sind, sowie mit Replicas von solchen Modellen.  Zu einem Hickory-Turnier gehört auch die nostalgische Bekleidung mit Knickerbockers, Hemd mit Fliege oder Krawatte. Die Damen spielten in langen Röcken und mit Blusen und Hut. Einzig Sandy Lyle erschien nicht ganz stilgerecht, was aber einem zweifachen Major-Sieger nicht übelgenommen werden darf.

Insgesamt waren rund 100 Hickory-Golfer aus elf Nationen am Start, die in verschiedenen Kategorien mit den Tücken des schwierigen Platzes kämpften. Das grösste Kontingent stellten die USA mit 23 Spielern, gefolgt von Schottland (22), Schweden (20) und England (11), die Schweiz war mit neun Hickory-Golfern vertreten. Und diese schlugen sich mit Silbermedaillen-Gewinner Paolo Quirici und den guten Platzierungen von Marco Longari (15.), Claus Mühlfeit (36.) und Ludger Vogelsang (41.) sehr wacker.

Die Hickory-Fan-Gemeinde wächst stetig. Viele Golfer suchen vermehrt wieder ein einfacheres, ehrliches Golf mit Respekt vor dem «Spirit of the Game». Da passt Hickory-Golf perfekt, denn man begnügt sich mit sieben Schlägern, trägt seinen kleinen Bag selber und geniesst die Runde getreu dem Motto «Enjoy the walk».

Im Anschluss an die 9. World Hickory Open Championship wurde an der schottischen Ostküste ein Team-Wettkampf zwischen USA und dem Rest der Welt – und dies natürlich im Ryder-Cup-Stil ausgetragen. Gespielt wurde auf dem nahegelegenen Monifith Medal Course. Und anders als in Gleneagles beim «echten» Ryder Cup gewannen bei der Hickory-Variante die Amerikaner – mit 22 ½  zu 21 ½ allerdings äusserst knapp.

Lionel Freedman, Gründer und Organisator der World Hickory Open, zeigte sich im Anschluss an die neunte Austragung des Turniers sehr zufrieden mit der grosse Teilnehmerzahl und verkündete bei der Siegerehrung stolz, dass die World Hickory Open 2015 auf dem Carnoustie Championship Course stattfinden werde!

Pontresina, 21. Oktober 2014


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